Ulldart ist Heitz' andere Saga — die, in der es keine Zwerge gibt. Kein Tungdil, keine Elben, keine Orks. Stattdessen: Lodrik Tarpol, ein verfressener Prinz, der als untauglich in die Provinz abgeschoben wird und neun Bände später als moralisch zerrissener Kaiser endet.
Heitz hat mit der Dunklen Zeit und Zeit des Neuen einen der politisch dichtesten deutschsprachigen Fantasy-Zyklen geschrieben — bewusst menschenbasiert und ohne klassische Völker-Taxonomie. Die folgenden Empfehlungen sind nach struktureller Verwandtschaft sortiert.
Zwei Heitz-Artikel: Dieser Artikel befasst sich mit dem Ulldart-Zyklus — Heitz' politischer, völkerloser Fantasy-Saga. Für Leser von
Die Zwerge gibt es einen eigenen Vergleichsartikel:
Bücher wie Die Zwerge.
Was Ulldart auszeichnet
Was Ulldart von anderen Heitz-Werken trennt, lässt sich in sechs Punkten zusammenfassen:
- Die bewusste Völker-Abstinenz: Ulldart kommt ohne Elben, Zwerge oder Orks aus. Der Kontinent ist durchgehend menschlich besiedelt.
- Die Prophezeiung als Plot-Motor: Die Mehrdeutigkeit der Prophezeiung ist ein zentrales Spannungselement über alle Bände.
- Lodrik als Anti-Held: Seine Entwicklung vom verwöhnten Prinzen zum Herrscher des Kontinents zieht sich konsequent über neun Bände.
- Die zwei Zyklen: Zerfällt architektonisch in Die Dunkle Zeit (6 Bände) und Zeit des Neuen (3 Bände).
- Mortva Nesreca als Schatten-Antagonist: Ein durchtriebener Berater und Intrigant, dessen Einfluss schleichend bleibt.
- Literarischer Meilenstein: Ausgezeichnet mit dem Deutschen Phantastik Preis (2003).
Sieben Empfehlungen für Ulldart-Leser
1. T. S. Orgel — Die Blausteinkriege
Trilogie · 2015–2017 · Heyne
Politische Fantasy · Zerfallendes Imperium · Multi-POV · Menschen-Fokus ohne Völker
4,5/5
Leser-Rezeption aus öffentlichen Foren
Die Orgel-Brüder sind die zeitgenössischen deutschen Autoren, deren politische Fantasy Heitz' Ulldart am nächsten kommt. Das Kaiserreich Berun im Niedergang und das Blaustein-Magie-System als ökonomische Grundbasis der Machtkämpfe.
Warum für Ulldart-Leser: Orgel teilt mit Heitz den bewussten Verzicht auf Elben, Zwerge und Orks. Die Welt ist rein menschlich, die Konflikte sind politisch.
Einschränkung: Orgels Trilogie ist mit drei Bänden kompakter als Ulldart.
2. Richard Schwartz — Das Geheimnis von Askir
7 Bände + Folgezyklus · seit 2006 · Piper
High Fantasy · Zerfallenes Imperium · Ensemble-Reise · Deutsche Fantasy-Tradition
4,5/5
Leser-Rezeption aus öffentlichen Foren
Havald, ein alter Krieger, reist durch das zerfallene Imperium Askir, während der Nekromantenkaiser Kolaron Malorbian eine Invasion vorbereitet.
Warum für Ulldart-Leser: Gleiche politische Grundlogik einer Welt, deren Vergangenheit größer ist als ihre Gegenwart.
Einschränkung: Schwartz erzählt in Ich-Perspektive aus Havalds Sicht und integriert klassische Fantasy-Völker.
Zum Verlag
Epische High Fantasy
Die Chroniken von Wetherid
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3. Tad Williams — Shadowmarch
4 Bände · seit 2004 · Klett-Cotta
Epische Fantasy · Politische Dichte · Multi-POV · Hohe literarische Tonalität
4,5/5
Leser-Rezeption aus öffentlichen Foren
Die Königskinder Briony und Barrick Eddon müssen ihr Reich vor einer Invasion schützen, während innere Intrigen den Hof spalten.
Warum für Ulldart-Leser: Gleiche Multi-POV-Dichte und politische Komplexität. Junge Herrscherfiguren werden ins kalte Wasser geworfen.
Einschränkung: Williams' Prosa ist spürbar dichter und ruhiger angelegt.
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4. Robin Hobb — Die Weitseher-Trilogie
3 Hauptbände + Fortsetzungszyklen · seit 1995 · Penhaligon / Blanvalet
Politische Intrigen · Hofkultur · Psychologische Tiefe · Königshof
5,0/5
Leser-Rezeption aus öffentlichen Foren
Fitz wird am Hof seines Großvaters zum königlichen Attentäter ausgebildet — Spion, Bote und Werkzeug der Krone.
Warum für Ulldart-Leser: Hof-Erzählung mit tückischen Ratgebern und moralisch kompromittierten Figuren.
Einschränkung: Hobb arbeitet in Ich-Perspektive, nicht Multi-POV.
Offizielle Webseite
5. George R. R. Martin — Das Lied von Eis und Feuer
5 Bände · seit 1996 · Blanvalet
Politische Fantasy · Multi-POV · Moralische Grauzonen · Herrscherhäuser
5,0/5
Leser-Rezeption aus öffentlichen Foren
Martins Saga um die Sieben Königslande ist der westliche Referenzrahmen für politische Fantasy und Adelsintrigen.
Warum für Ulldart-Leser: Multi-POV-Struktur, politische Tiefe und komplexe Herrscherhäuser.
Einschränkung: Die Reihe ist nach wie vor nicht abgeschlossen.
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6. Bernhard Hennen — Elfenritter
Trilogie · 2007–2008 · Heyne
Political Fantasy · Religiöser Antagonist · Multi-POV · Geschlossene Trilogie
4,5/5
Leser-Rezeption aus öffentlichen Foren
Die Tjuredkirche als fanatisches religiöses System verfolgt die Völker Albenmarks mit der Rigorosität einer Inquisition.
Warum für Ulldart-Leser: Gleiche politische Dichte und moralisch komplexe Antagonisten.
Einschränkung: Hennen arbeitet mit einer breiten Völker-Taxonomie.
Zum Verlag
7. Brandon Sanderson — Mistborn (Die Kinder des Nebels)
Erste Trilogie · seit 2006 · Piper
Epic Fantasy · Unterdrückendes Imperium · Prophezeiungs-Dekonstruktion · Geniales Magiesystem
4,5/5
Leser-Rezeption aus öffentlichen Foren
In Brandon Sandersons Mistborn-Trilogie beherrscht der Oberste Herrscher das Letzte Reich seit tausend Jahren mit eiserner Hand.
Warum für Ulldart-Leser: Sanderson dekonstruiert klassische Prophezeiungen und zeigt politische Ränkespiele inmitten eines verfallenden Reiches.
Einschränkung: Sanderson nutzt ein extrem durchdachtes, physikalisch-logisches Magiesystem.
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Worin sich die Empfehlungen von Ulldart unterscheiden
Drei Punkte markieren, wo Heitz' Saga für sich allein steht:
Die neunbändige Lodrik-Entwicklung: Heitz hält Lodrik über sechs Bände im Zentrum, bevor er an die nächste Generation übergibt.
Die Prophezeiung als strukturelles Motiv: Die Mehrdeutigkeit der Prophezeiung fungiert als zentraler Motor.
Die völkerlose Welt: Ulldart verzichtet bewusst auf klassische Fantasy-Rassen und fokussiert sich rein auf menschliche Reiche.
Häufig gestellte Fragen
Wie viele Bände umfasst die Ulldart-Saga von Markus Heitz?
Die Ulldart-Saga umfasst insgesamt neun Bände und ist abgeschlossen. Der erste Zyklus Die Dunkle Zeit hat sechs Bände, der Folgezyklus Zeit des Neuen umfasst drei Bände.
Was lesen Fans von Ulldart, wenn die Saga durch ist?
T. S. Orgels Blausteinkriege bieten das deutschsprachige Pendant zur menschenbasierten Politik-Fantasy. Richard Schwartz' Askir-Zyklus arbeitet mit zerfallenem Imperium und Ensemble-Reise. Christian Dölders Chroniken von Wetherid II arbeiten mit vergleichbarer Multi-POV-Struktur.
Unterscheidet sich Ulldart von Heitz' Die Zwerge?
Ja, deutlich. Ulldart ist bewusst ohne klassische Fantasy-Völker wie Elben, Zwerge oder Orks konzipiert. Der Fokus liegt rein auf politischen Intrigen und Herrscherhäusern.
Welche deutschsprachigen Fantasy-Autoren schreiben ähnlich politisch wie Heitz in Ulldart?
T. S. Orgel (Blausteinkriege), Bernhard Hennen (besonders Elfenritter) und Richard Schwartz schreiben in ähnlich politischer Tradition.
Wurde Ulldart als deutsche Antwort auf Game of Thrones wahrgenommen?
Leser haben die Parallelen wiederholt festgestellt: Multi-POV-Struktur, Herrscherhäuser mit Intrigen und ein schwächelnder Kontinent. Heitz entwickelte die Reihe jedoch aus eigenen Wurzeln heraus.