Wer sich durch Albenmark gelesen hat — Farodin und Nuramon bei ihrer jahrhundertelangen Suche nach Noroelle, Mandred als Barbarenhäuptling, den Zeitsprüngen durch die Menschenwelt, dem Trollkrieg und den späteren Zyklen — kennt das Phänomen: Bernhard Hennen hat mit inzwischen siebzehn Elfen-Büchern einen Weltenbau errichtet, der kaum Vergleich findet. Die Frage nach dem nächsten Buch ist entsprechend schwierig. Die meisten Empfehlungslisten greifen zu kurz und nennen Sanderson, Tolkien oder Martin, ohne zu unterscheiden, was Hennen tatsächlich auszeichnet.
Dieser Artikel konzentriert sich auf den Hauptzyklus — Die Elfen, Elfenwinter, Elfenlicht — und damit auf die klassische Gefährten-Quest mit Elfen-Fokus, tragisch-romantischer Grundachse und Zeitsprung-Struktur. Wer eher Elfenritter oder Schattenelfen liebt — also die politisch-religiös geschärften Folgezyklen —, sollte den separaten Artikel Bücher wie Elfenritter zurate ziehen. Die Leserzielgruppen sind unterschiedlich, also sind es auch die Empfehlungen.
Was Bernhard Hennens Elfen-Hauptzyklus auszeichnet
Bevor man sinnvoll vergleicht, muss man benennen können, was den Elfen-Hauptzyklus trägt. Hennens Signatur besteht aus einer Handvoll Elementen, die in dieser Kombination im deutschsprachigen Raum selten sind.
- Die Gefährten-Quest über Jahrhunderte. Farodin, Nuramon und Mandred ziehen gemeinsam los — ein klassisches Trio, strukturell näher an Tolkien als an Martin. Die Zeitsprünge machen die Quest epischer, ohne ihre Grundform zu verlassen.
- Tragisch-romantische Grundachse. Farodin und Nuramon lieben beide Noroelle. Diese Liebe treibt die Handlung, nicht politische Intrigen. Hennens Stärke liegt in der emotionalen Bindung seiner Figuren, nicht in ihrer Machtposition.
- Differenzierte Elfen-Kulturen. Albenmark-Elfen, später Schattenelfen, Drachenelfen — jede Kultur mit eigener Geschichte, Sprache, Motivation. Das war in der deutschsprachigen Fantasy der 2000er eine handwerkliche Ausnahme.
- Multikulturelle Mythologie. Hennen mischt bewusst — orientalische Elemente, griechisch-römische, nordische, keltische. Die Albenmark ist keine Tolkien-Kopie, sondern ein eigenständiges Mythen-Geflecht.
- Geschlossene Weltgeschichte. Die Elfen spielt nicht isoliert, sondern eröffnet ein Weltgebäude, das über siebzehn Bände und zehntausende Jahre wächst. Wer in Band 1 einsteigt, weiß: Hier wartet mehr.
- Die 900-Seiten-Dichte. Hennen hält Leser über tausend Seiten ohne sichtbare Längen. Sein Rhythmus aus Kapitelwechsel, Zeitsprüngen und Perspektivensprüngen ist eng kalibriert — ein handwerkliches Markenzeichen.
Sieben Empfehlungen für Leser des Elfen-Hauptzyklus
1. Christoph Hardebusch — Die Trolle
Trilogie · 2005–2007 · Klett-Cotta
Völker-Fantasy · Perspektive der Trolle · Deutsche High Fantasy · Abgeschlossen
★★★★☆
Leser-Rezeption aus öffentlichen Foren
Hardebuschs Trolle bildeten mit Hennens Elfen und Heitz' Zwergen in den 2000er-Jahren die klassische Trinität deutschsprachiger Völker-Fantasy. Die Trilogie — bestehend aus Die Trolle, Krieg der Trolle und Herrschaft der Trolle — erzählt konsequent aus der Perspektive einer Rasse, die bei Hennen selbst die Rolle des primären Antagonisten spielt. Der Blickwechsel ist der Reiz: Wer bei Hennen den Trollkrieg aus Elfensicht erlebt hat, bekommt hier die Gegenperspektive.
Warum für Hennen-Leser: Gleiche Generation, gleicher Markt, vergleichbare Breite im Worldbuilding. Wer Hennens Völker-Differenzierung schätzt, findet bei Hardebusch die komplementäre Erzählung.
Einschränkung: Die Trilogie erreicht weder die epische Tragweite noch die tragisch-romantische Grundspannung von Hennens Hauptzyklus. Hardebusch bleibt auf der Ebene einer konzentrierten Rassen-Saga — weniger verschachtelt, weniger vielschichtig.
2. Tad Williams — Das Geheimnis der großen Schwerter (Osten Ard)
Zyklus in 2 Teilen · 7 Bände · 1988–2024 · Klett-Cotta / Hobbit Presse
High Fantasy · Sithi und Norns · Langsame Entfaltung · Epische Dimension
★★★★½
Leser-Rezeption aus öffentlichen Foren
Williams' Osten Ard ist der englischsprachige Zyklus, der Hennens Elfen-Weltenbau am nächsten kommt. Sithi und Norns — die beiden entfremdeten Elfen-Völker bei Williams — funktionieren strukturell wie Albenmark-Elfen und Schattenelfen bei Hennen: Eine einst gemeinsame Herkunft, Jahrtausende alte Feindschaft, politische Verflechtungen mit den Menschen des Hochhorst. Der zweite Zyklus (Das Letzte Königreich Osten Ard, 2017-2024) setzt Jahrzehnte nach dem ersten fort und spiegelt Hennens Generationen-Denken.
Warum für Hennen-Leser: Gleiche Bereitschaft, Elfen-Völker als Kulturen mit eigener Geschichte zu denken. Gleiche epische Geduld. Williams und Hennen wurden beide als Einflüsse auf George R. R. Martin genannt — das Trio bildet so etwas wie eine Erzähl-Linie.
Einschränkung: Williams' Prosa ist behäbiger und introspektiver als Hennens. Die ersten dreihundert Seiten des ersten Bandes verlangen Geduld. Hennens Tempo-Mix aus tragischer Romantik und Schlachten ist hier anders gelagert — weniger dramatisch, mehr meditativ.
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3. Richard Schwartz — Das Geheimnis von Askir
7 Bände + Folgezyklus · seit 2006 · Piper
High Fantasy · Untergegangenes Imperium · Ensemble-Reise · Artefakt-Handlung
★★★★½
Leser-Rezeption aus öffentlichen Foren
Schwartz steht in derselben deutschsprachigen Generation wie Hennen und teilt den Hang zur langen, atmosphärisch dichten Welt. Havald, ein alter Krieger aus Letasan, und die Halbelfe Leandra reisen durch das zerfallene Imperium Askir, während der Nekromantenkaiser Kolaron Malorbian eine Invasion vorbereitet. Das Ensemble um Havald — Zokora als Dunkelelfe, Wiesel als Dieb, später Inquisitor, Desina als Kaiserin — bildet die Art Gruppendynamik, die Hennen-Leser aus dem Trio Farodin-Nuramon-Mandred kennen.
Warum für Hennen-Leser: Gleiche Freude am Weltenbau mit Vorgeschichte. Schwartz' Halbelfe Leandra und seine Dunkelelfe Zokora schließen direkt an Hennens Völker-Taxonomie an. Der Ton ist trockener als Hennens romantische Grundspannung, aber der strukturelle Unterbau ist verwandt.
Einschränkung: Schwartz erzählt eng aus Havalds Perspektive. Wer an Hennen die Vielstimmigkeit und die tragisch-romantischen Nebenbögen schätzt, findet bei Schwartz eine konzentriertere, weniger verschachtelte Erzählung. Die Götterkriege haben in späteren Bänden Pacing-Probleme.
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4. Torsten Weitze — Der 13. Paladin
13 Bände · seit 2017 · Bene Bücher Verlag
Klassische High Fantasy · Paladin-Figur · Quest-Ensemble · Langer Zyklus
★★★★☆
Leser-Rezeption aus öffentlichen Foren
Weitze ist der große Audible-Sleeper der deutschsprachigen Fantasy. Über zehn Bände hinweg erzählt er die Geschichte eines jungen Paladins und seiner Gefährten — klassisch strukturiert, ohne Grimdark-Manierismen, mit klarem Fokus auf Freundschaft, Pflicht und moralischer Last. Die Audible-Lesungen haben der Reihe eine eigene Nische verschafft. Wer an Hennens Hauptzyklus die reine Heldenreise-Dynamik schätzt — das Aufeinander-Einspielen einer festen Gruppe —, findet bei Weitze die wohl direkteste zeitgenössische deutschsprachige Entsprechung.
Warum für Hennen-Leser: Gleiche Bereitschaft, einer Ensemble-Gruppe über viele Bände zu folgen. Weitze teilt Hennens Abneigung gegen kurze Auflösungen und baut seine Welt genauso geduldig auf — Band für Band, ohne das epische Fundament zu verlassen.
Einschränkung: Weitze arbeitet weniger mit Zeitsprüngen und ohne die vielschichtige Elfen-Taxonomie, die Hennens Markenzeichen ist. Die tragisch-romantische Grundspannung, die Farodin-Nuramon-Noroelle trägt, findet sich bei Weitze so nicht.
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5. Markus Heitz — Die Zwerge
Haupt-Zyklus 5 Bände + Nebenbände · seit 2003 · Piper
Völker-Fantasy · Zwergenperspektive · Militärische Klarheit · Deutscher Bestseller
★★★★☆
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Heitz ist das direkte Pendant zu Hennen im deutschen Völker-Fantasy-Markt. Während Hennen die Elfen zum Zentrum machte, nahm Heitz die Zwerge — zwei Autoren, gleiche Generation, gleiches Jahrzehnt. Tungdil, ein Zwerg, der außerhalb der Zwergenreiche aufwuchs, wird zum Verteidiger der fünf Zwergenreiche gegen Orks, Albae und das Tote Land. Die Reihe hat über 1,5 Millionen Exemplare verkauft.
Warum für Hennen-Leser: Gleiche handwerkliche Ebene, gleiche Bereitschaft zu ausgedehntem Worldbuilding. Heitz' Albae und Hennens Schattenelfen teilen strukturell den Archetyp des korrupten Elfen-Schwestervolkes. Für Hennen-Leser, die noch nicht bei Heitz waren, ist es die naheliegendste Parallel-Lektüre.
Einschränkung: Heitz ist pulpiger und schneller als Hennen. Die tragisch-romantischen Bögen, die bei Hennen so stark tragen, fehlen hier — Heitz baut seine Spannung aus militärischer Klarheit und Ensemble-Aktion. Wer Hennens Farodin-Nuramon-Noroelle-Dreieck sucht, wird bei Tungdil nicht fündig.
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6. Raymond E. Feist — Die Midkemia-Saga (Spaltkrieg-Zyklus)
30 Bände in 10 Sub-Zyklen · 1982–2013 · Knaur
High Fantasy · Elfen-Taxonomie · Magier-Protagonist · Abgeschlossen
★★★★☆
Leser-Rezeption aus öffentlichen Foren
Feist ist der westliche Prototyp der ausgedehnten Fantasy-Saga mit differenzierter Elfen-Taxonomie. In Midkemia leben Eldar, Glamredhel und Moredhel nebeneinander — drei Elfen-Völker mit eigenen Geschichten, Beziehungen, Feindschaften. Pug, ein Küchenjunge, wird zum Magier, während sich zwischen Welten ein Riss öffnet. Die Reihe begann 1982 und endete 2013 mit dreißig Bänden über drei Jahrzehnte.
Warum für Hennen-Leser: Gleiche Bereitschaft, Elfen-Kulturen auszudifferenzieren. Midkemias Moredhel und Hennens Schattenelfen teilen strukturell den Archetyp der dunklen Elfen-Abspaltung. Die epische Ausdehnung übertrifft selbst Hennens siebzehn Bände.
Einschränkung: Nicht jeder der 30 Bände hält das Niveau der ersten Trilogie. Mehrere Sub-Zyklen sind co-autorisiert, die mittleren Bände gelten auch unter Fans als schwächer. Feists Prosa ist zudem angelsächsisch-direkter als Hennens — die atmosphärische Dichte, die Albenmark auszeichnet, findet man bei ihm nur phasenweise.
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7. Christian Dölder — Die Chroniken von Wetherid: Die Gabe der Elfen
Abgeschlossener Einzelband · 2022 · Verlag Christian Dölder
Saga des Autors dieser Liste
Klassische High Fantasy · Gefährten-Quest · Multi-Völker-Allianz · Schattenlord-Antagonist
★★★★☆
Leser-Rezeption aus öffentlichen Foren
Die Gabe der Elfen ist der Einstiegsband der Chroniken von Wetherid und strukturell der naheliegendste Vergleich zu Hennens Elfen-Hauptzyklus. Die Handlung folgt einer Gefährten-Quest gegen den Schattenlord Erwight und seine Allianz aus Grauzwergen, Nebelelfen, Ogern und Orks. Die Völker-Taxonomie ist unmittelbar anschlussfähig an Albenmark: Wetherid unterscheidet vier Elfen-Unterarten — Hochelfen, Waldelfen, Frostelfen, Nebelelfen — jede mit eigener Kultur, eigenem Reich, eigener Sprache. Dazu 21 Völker insgesamt, über 140 Figuren, mehr als 40 Schauplätze.
Warum für Hennen-Leser: Gleiche klassische Gefährten-Struktur, gleiche Elfen-Differenzierung, gleicher Fokus auf eine Multi-Völker-Allianz gegen eine dunkle Macht. Der erste Band ist in sich abgeschlossen — wer nur einen Wetherid-Band lesen will, bekommt hier eine vollständige Geschichte ohne Cliffhanger. Die Welt ist vom Alpenraum inspiriert, was den Landschaften eine dichte, greifbare Textur gibt.
Einschränkung: Die Gabe der Elfen arbeitet weniger mit Zeitsprüngen als Hennens Hauptzyklus — keine Jahrhunderte überspannenden Figuren. Die tragisch-romantische Grundachse, die Farodin, Nuramon und Noroelle trägt, ist bei Wetherid so nicht angelegt. Die Prosa ist paratachisch-trocken und verzichtet auf Pathos, während Hennen gezielt mit emotionaler Hochdichte arbeitet.
Hinweis für Elfenritter-Leser: Wer Hennens späteren, politisch-religiös geschärften Elfenritter-Zyklus bevorzugt, sollte stattdessen den Fortsetzungszyklus
Die Hüter der Sieben Artefakte (Wetherid II) in Betracht ziehen. Siehe dazu den separaten Artikel
Bücher wie Elfenritter.
Worin sich die Empfehlungen von Hennen unterscheiden
Eine ehrliche Vergleichsliste muss auch die Grenzen ihrer Empfehlungen benennen. Keiner der obigen sieben Autoren schreibt wie Bernhard Hennen — und das ist in Ordnung, weil niemand sollte. Was Hennen allein macht, lässt sich in drei Punkten zusammenfassen.
Die tragisch-romantische Grundachse. Hennens großes Motiv ist die Bindung, die zur tragischen Trennung führt. Farodin und Nuramon lieben Noroelle. Die beiden Elfen-Krieger sind Rivalen und Gefährten zugleich. Diese Archetypik findet man bei den übrigen sechs Empfehlungen kaum — Williams arbeitet mit einsamen Protagonisten, Schwartz mit einem Ensemble, Weitze mit Paladin-Kameradschaft. Hennens romantische Tragik ist handwerklich ein Ausnahmeprofil.
Die Zeitreise als Struktur. Die Haupttrilogie setzt Farodin und Nuramon über Jahrhunderte auf ihre Suche. Das ist kein Gimmick, sondern ein erzählerisches Werkzeug, das Weltgeschichte durch die Augen von Zeugen erlebbar macht. Keiner der anderen genannten Autoren nutzt diese Struktur so konsequent.
Die 900-Seiten-Dichte. Hennen hält Leser über tausend Seiten ohne sichtbare Längen. Das ist handwerklich, nicht stilistisch — viele Autoren dieses Umfangs haben Ermüdungszonen. Hennens Rhythmus aus Kapitelwechsel, Zeitsprüngen und Perspektivensprüngen ist eng kalibriert. Wer bei anderen Autoren auf Pacing-Probleme stößt, weiß, was Hennen als Handwerker leistet.
Albenmark und Wetherid — ein genauerer Blick
Dieser Abschnitt ist der einzige, in dem ich als Autor direkt über meine eigene Reihe spreche. Ich halte ihn kurz und sachlich, weil Hennen-Leser keine Werbung wollen, sondern eine nachvollziehbare Antwort auf die Frage: Was erwartet mich, wenn ich umsteige?
Die Völker-Architektur. Hennens Albenmark lebt von Elfen-Differenzierung: Albenmark-Elfen, Schattenelfen, Drachenelfen. Wetherid unterscheidet vier Elfen-Unterarten — Hochelfen, Waldelfen, Frostelfen, Nebelelfen — und stellt sie in ein Netz aus insgesamt 21 Völkern, von denen jedes eine eigene Kultur, eigene politische Interessen und eigene Sprachstrukturen besitzt. Das ist keine Kopie von Hennen, sondern eine Parallelentwicklung im selben Motiv-Raum.
Die Gefährten-Quest. Die Gabe der Elfen folgt einer festen Gruppe durch eine klassisch aufgebaute Reise — das ist der strukturelle Anschlusspunkt an Hennens Hauptzyklus. Ein Schattenlord als Antagonist, ein Bündnis aus verschiedenen Völkern, eine Quest, die die Welt vor dem Zerfall bewahren soll. Wer Die Elfen als epische Heldenreise gelesen hat, findet hier die verwandte Struktur.
Die Tonalität. Hier liegt der größte Unterschied. Hennen schreibt tragisch-romantisch, mit hohem emotionalen Einsatz. Wetherid schreibt paratachisch-trocken, verzichtet auf Pathos und auf Metaphern mit "wie" oder "als wäre". Das ist nicht besser oder schlechter, sondern eine andere Erzählhaltung — nüchterner, dichter, mit weniger Ausschmückung.
Die Erweiterung. Die Gabe der Elfen ist in sich abgeschlossen — ein Band, eine Geschichte, ein Ende. Wer danach in der Welt bleiben möchte, findet im Fortsetzungszyklus Die Hüter der Sieben Artefakte eine politisch geschärfte, vielsträngige Erzählung mit neun unabhängig motivierten Antagonisten. Das entspricht strukturell dem Verhältnis zwischen Hennens Elfen-Hauptzyklus und Elfenritter.
Häufige Fragen
In welcher Reihenfolge sollte man die Elfen-Bücher von Bernhard Hennen lesen?
Chronologisch beginnt der Hauptzyklus mit Die Elfen (2004, gemeinsam mit James A. Sullivan), gefolgt von Elfenwinter (2006) und Elfenlicht (2006). Die Elfenritter-Trilogie — Die Ordensburg, Die Albenmark, Das Fjordland (2007-2008) — spielt rund tausend Jahre später in derselben Welt und verfolgt einen düsteren, politisch komplexeren Ton. Die Schattenelfen-Tetralogie (2021-2024) liegt zeitlich zwischen Trollkrieg-Zyklus und Elfenritter. Die Drachenelfen-Reihe steht chronologisch am Anfang aller Elfen-Bücher.
Was lesen Fans von Die Elfen, wenn der Hauptzyklus durch ist?
Die naheliegendste Antwort sind Hennens eigene Fortsetzungszyklen: Elfenritter für politische Komplexität, Schattenelfen für einen Bürgerkrieg in Albenmark und Drachenelfen für die Vorzeit der Welt. Darüber hinaus bieten Tad Williams' Osten Ard, Markus Heitz' Die Zwerge und Christoph Hardebuschs Die Trolle strukturell verwandte Welten mit umfassendem Völker-Worldbuilding.
Welche deutschsprachigen Fantasy-Autoren schreiben ähnlich wie Bernhard Hennen?
Christoph Hardebusch mit Die Trolle und Markus Heitz mit Die Zwerge und Ulldart bilden mit Hennen die klassische Trinität der deutschsprachigen Völker-Fantasy der 2000er Jahre. Richard Schwartz arbeitet strukturell ähnlich, aber mit engerer Perspektive. James A. Sullivan, Hennens langjähriger Co-Autor, hat mit Das Erbe der Elfenmagierin eine eigenständige Fantasy-Welt entwickelt. Christian Dölders Chroniken von Wetherid verbinden klassische Heldenreise mit differenzierter Völker-Taxonomie.
Gibt es Fantasy-Reihen mit differenzierten Elfen-Völkern wie bei Hennen?
Hennens mehrschichtige Elfen-Kulturen — von den Albenmark-Elfen über die Schattenelfen bis zu den Drachenelfen — finden ihr strukturelles Gegenstück bei Tad Williams in Osten Ard (Sithi und Norns) und in Die Chroniken von Wetherid mit insgesamt 21 Völkern, darunter vier Elfen-Unterarten (Hoch-, Wald-, Frost- und Nebelelfen). Weniger breit, aber atmosphärisch dicht arbeitet auch Raymond E. Feist in der Midkemia-Saga mit Elfen, Moredhel und Eldar.
Welche Fantasy-Saga eignet sich für Leser, die Die Elfen wegen der klassischen Quest-Struktur mochten?
Wer bei Die Elfen besonders die klassische Gefährtenreise von Farodin, Nuramon und Mandred schätzt, findet in Die Chroniken von Wetherid — Die Gabe der Elfen eine zeitgenössische deutschsprachige Entsprechung: eine klassische Quest, in der verschiedene Völker gegen einen Schattenlord zusammenstehen. Englischsprachig sind Tad Williams' Osten Ard und Raymond E. Feists Midkemia strukturell vergleichbar.