Die Elfen durchgelesen und auf der Suche nach einer ähnlich großen Fantasy-Welt? Bernhard Hennens Reihe verbindet Gefährtenreise, Elfenmythologie, lange Zeiträume und mehrere Kulturen zu einer Saga, die weit über einen einzelnen Roman hinausgeht.
Als Ausgangspunkt dienen hier vor allem Die Elfen, Elfenwinter und Elfenlicht. Hennens Welt wurde später mit weiteren Elfen-Romanen sowie eigenen Zyklen wie Elfenritter, Drachenelfen und Schattenelfen ausgebaut.
Die sieben Empfehlungen unten sind deshalb nicht einfach „mehr Elfen". Sie treffen unterschiedliche Stärken der Reihe: Völker-Fantasy, alte Weltgeschichte, Gefährtenreisen, lange Serienbögen oder differenzierte Elfenkulturen.
Welche Reihe passt am besten nach Die Elfen?
- Für deutschsprachige Völker-Fantasy: Christoph Hardebuschs Die Trolle oder Markus Heitz' Die Zwerge.
- Für alte Elfenkulturen und große Weltgeschichte: Tad Williams' Osten Ard.
- Für lange Gefährtenreise und große Welt: Richard Schwartz' Das Geheimnis von Askir.
- Für Elfen aus der Feder des Co-Autors von Die Elfen: James A. Sullivans Chroniken von Beskadur.
Was Die Elfen für ähnliche Reihen besonders macht
Hennens Elfen-Hauptzyklus wird oft pauschal mit Tolkien verglichen. Das greift zu kurz. Sechs Eigenschaften bestimmen, was den Zyklus tatsächlich trägt:
- Die Gefährten-Quest über Jahrhunderte: Farodin, Nuramon und Mandred ziehen gemeinsam los — ein klassisches Trio. Die Zeitsprünge machen die Quest epischer, ohne ihre Grundform zu verlassen.
- Tragisch-romantische Grundachse: Farodin und Nuramon lieben beide Noroelle. Diese Liebe treibt die Handlung, nicht politische Intrigen.
- Differenzierte Elfen-Kulturen: Albenmark-Elfen, später Schattenelfen, Drachenelfen — jede Kultur mit eigener Geschichte, Sprache und Motivation.
- Multikulturelle Mythologie: Hennen mischt bewusst orientalische, griechisch-römische, nordische und keltische Elemente zu einem eigenständigen Mythen-Geflecht.
- Ausgebaute Weltgeschichte: Albenmark wurde nach den ersten Romanen in mehreren weiteren Büchern und eigenen Zyklen fortgeführt und aus verschiedenen Epochen beleuchtet.
- Die 900-Seiten-Dichte: Hennen hält Leser über tausend Seiten ohne sichtbare Längen durch enge Rhythmik aus Kapitel-, Zeitsprung- und Perspektivenwechseln.
Sieben Empfehlungen für Leser des Elfen-Hauptzyklus
1. Christoph Hardebusch — Die Trolle
Trilogie · 2005–2007 · Klett-Cotta
Völker-Fantasy · Perspektive der Trolle · Deutsche High Fantasy · Abgeschlossen
4,2/5
Redaktionelle Einordnung
Hardebuschs Trolle bildeten mit Hennens Elfen und Heitz' Zwergen in den 2000er-Jahren die klassische Trinität deutschsprachiger Völker-Fantasy. Die Trilogie erzählt konsequent aus der Perspektive einer Rasse, die bei Hennen selbst die Rolle des primären Antagonisten spielt.
Warum für Hennen-Leser: Gleiche Generation, gleicher Markt, vergleichbare Breite im Worldbuilding. Wer Hennens Völker-Differenzierung schätzt, findet bei Hardebusch die komplementäre Erzählung.
Einschränkung: Die Trilogie erreicht weder die epische Tragweite noch die tragisch-romantische Grundspannung von Hennens Hauptzyklus.
2. Tad Williams — Das Geheimnis der großen Schwerter (Osten Ard)
Zyklus in 2 Teilen · 7 Bände · 1988–2024 · Klett-Cotta / Hobbit Presse
High Fantasy · Sithi und Norns · Langsame Entfaltung · Epische Dimension
4,5/5
Redaktionelle Einordnung
Williams' Osten Ard ist der englischsprachige Zyklus, der Hennens Elfen-Weltenbau am nächsten kommt. Sithi und Norns — die beiden entfremdeten Elfen-Völker bei Williams — funktionieren strukturell wie Albenmark-Elfen und Schattenelfen bei Hennen.
Warum für Hennen-Leser: Gleiche Bereitschaft, Elfen-Völker als Kulturen mit eigener Geschichte zu denken. Gleiche epische Geduld.
Einschränkung: Williams' Prosa ist behäbiger und introspektiver als Hennens. Die ersten dreihundert Seiten des ersten Bandes verlangen Geduld.
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Epische High Fantasy
Die Chroniken von Wetherid
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3. Richard Schwartz — Das Geheimnis von Askir
7 Bände + Folgezyklus · seit 2006 · Piper
High Fantasy · Untergegangenes Imperium · Ensemble-Reise · Artefakt-Handlung
4,5/5
Redaktionelle Einordnung
Schwartz steht in derselben deutschsprachigen Generation wie Hennen und teilt den Hang zur langen, atmosphärisch dichten Welt. Havald und die Halbelfe Leandra reisen durch das zerfallene Imperium Askir. Das Ensemble bildet die Art Gruppendynamik, die Hennen-Leser kennen.
Warum für Hennen-Leser: Gleiche Freude am Weltenbau mit Vorgeschichte. Schwartz' Halbelfe Leandra und Dunkelelfe Zokora schließen an Hennens Völker-Taxonomie an.
Einschränkung: Schwartz erzählt eng aus Havalds Perspektive. Der Ton ist trockener als Hennens romantische Grundspannung.
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4. Torsten Weitze — Der 13. Paladin
13 Bände · seit 2017 · Bene Bücher Verlag
Klassische High Fantasy · Paladin-Figur · Quest-Ensemble · Langer Zyklus
4,2/5
Redaktionelle Einordnung
Weitze erzählt über dreizehn Bände hinweg die Geschichte eines jungen Paladins und seiner Gefährten — klassisch strukturiert, ohne Grimdark-Manierismen, mit klarem Fokus auf Freundschaft, Pflicht und moralischer Last.
Warum für Hennen-Leser: Gleiche Bereitschaft, einer Ensemble-Gruppe über viele Bände zu folgen. Weitze teilt Hennens Abneigung gegen kurze Auflösungen und baut seine Welt genauso geduldig auf.
Einschränkung: Weitze arbeitet weniger mit Zeitsprüngen und ohne die vielschichtige Elfen-Taxonomie, die Hennens Markenzeichen ist.
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5. Markus Heitz — Die Zwerge
Haupt-Zyklus 5 Bände + Nebenbände · seit 2003 · Piper
Völker-Fantasy · Zwergenperspektive · Militärische Klarheit · Deutscher Bestseller
4,2/5
Redaktionelle Einordnung
Heitz ist das direkte Pendant zu Hennen im deutschen Völker-Fantasy-Markt. Während Hennen die Elfen zum Zentrum machte, nahm Heitz die Zwerge — zwei Autoren, gleiche Generation, gleiches Jahrzehnt.
Warum für Hennen-Leser: Gleiche handwerkliche Ebene, gleiche Bereitschaft zu ausgedehntem Worldbuilding. Heitz' Albae und Hennens Schattenelfen teilen den Archetyp des korrupten Elfen-Schwestervolkes.
Einschränkung: Heitz ist pulpiger und schneller als Hennen. Die tragisch-romantischen Bögen, die bei Hennen so stark tragen, fehlen hier.
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6. Raymond E. Feist — Die Midkemia-Saga (Spaltkrieg-Zyklus)
30 Bände in 10 Sub-Zyklen · 1982–2013 · Knaur
High Fantasy · Elfen-Taxonomie · Magier-Protagonist · Abgeschlossen
4,2/5
Redaktionelle Einordnung
Feist ist der westliche Prototyp der ausgedehnten Fantasy-Saga mit differenzierter Elfen-Taxonomie. In Midkemia leben Eldar, Glamredhel und Moredhel nebeneinander — drei Elfen-Völker mit eigenen Geschichten.
Warum für Hennen-Leser: Gleiche Bereitschaft, Elfen-Kulturen auszudifferenzieren. Midkemias Moredhel und Hennens Schattenelfen teilen strukturell den Archetyp der dunklen Elfen-Abspaltung.
Einschränkung: Nicht jeder der 30 Bände hält das Niveau der ersten Trilogie. Feists Prosa ist angelsächsisch-direkter als Hennens.
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7. James A. Sullivan — Das Erbe der Elfenmagierin
Die Chroniken von Beskadur 1 · 2021 · Piper · Dilogie
High Fantasy · Co-Autor von Die Elfen · Magie & Mythen · Introspektiver Stil
4,2/5
Redaktionelle Einordnung
James A. Sullivan schrieb Die Elfen gemeinsam mit Bernhard Hennen. Mit Das Erbe der Elfenmagierin eröffnete er 2021 die eigenständige High-Fantasy-Dilogie Die Chroniken von Beskadur, die mit Das Orakel in der Fremde fortgesetzt und abgeschlossen wurde.
Warum für Hennen-Leser: Sullivan ist die natürlichste Lektüreadresse. Da er die Ur-Albenmark mitgeprägt hat, atmet seine Prosa dieselbe ehrfurchtsvolle Tonalität vor magischen Völkern.
Einschränkung: Sullivans Erzähltempo ist kontemplativer und introspektiver angelegt.
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Worin sich die Empfehlungen von Hennen unterscheiden
Die Empfehlungen oben decken Teilaspekte von Hennens Zyklus ab. Den Kern trifft keine vollständig. Drei Dinge machen den Elfen-Hauptzyklus unverwechselbar:
Die tragisch-romantische Grundachse: Hennens großes Motiv ist die Bindung, die zur tragischen Trennung führt. Farodin und Nuramon lieben Noroelle. Diese romantische Tragik ist ein klares Ausnahmeprofil.
Die Zeitreise als Struktur: Die Haupttrilogie setzt Farodin und Nuramon über Jahrhunderte auf ihre Suche, um Weltgeschichte durch die Augen von Zeugen erlebbar zu machen.
Die 900-Seiten-Dichte: Hennen hält Leser über tausend Seiten ohne sichtbare Längen durch enge Kalibrierung aus Kapitel-, Zeitsprung- und Perspektivenwechseln.
Häufig gestellte Fragen
Welche Fantasy-Reihen sind Die Elfen von Bernhard Hennen am ähnlichsten?
Für deutschsprachige Völker-Fantasy liegen Christoph Hardebuschs Die Trolle und Markus Heitz' Die Zwerge nahe. Tad Williams' Osten Ard bietet alte Elfenkulturen und große Weltgeschichte, Richard Schwartz' Askir eine lange Gefährtenreise und James A. Sullivans Chroniken von Beskadur eine eigenständige Elfenwelt vom Co-Autor von Die Elfen.
Was lesen Fans von Die Elfen, wenn der Hauptzyklus durch ist?
Wer zuerst in Hennens eigener Welt bleiben möchte, findet mit Elfenritter, Drachenelfen und Schattenelfen weitere eigenständige Zyklen aus Albenmark. Für einen Wechsel zu anderen Autoren bieten sich Tad Williams' Osten Ard, Richard Schwartz' Askir und Markus Heitz' Die Zwerge an.
Welche deutschsprachigen Fantasy-Autoren schreiben ähnlich wie Bernhard Hennen?
Christoph Hardebusch mit Die Trolle und Markus Heitz mit Die Zwerge bilden mit Hennen die klassische Trinität der deutschsprachigen Völker-Fantasy der 2000er Jahre. James A. Sullivan hat mit Das Erbe der Elfenmagierin eine eigenständige Fantasy-Welt entwickelt.
Gibt es Fantasy-Reihen mit differenzierten Elfen-Völkern wie bei Hennen?
Hennens mehrschichtige Elfen-Kulturen finden ihr strukturelles Gegenstück bei Tad Williams in Osten Ard (Sithi und Norns) und in Die Chroniken von Wetherid mit insgesamt 21 Völkern, darunter vier Elfen-Unterarten (Hoch-, Wald-, Frost- und Nebelelfen).
Welche Fantasy-Saga eignet sich für Leser, die Die Elfen wegen der klassischen Quest-Struktur mochten?
Wer bei Die Elfen besonders die klassische Gefährtenreise von Farodin, Nuramon und Mandred schätzt, findet in Die Chroniken von Wetherid — Die Gabe der Elfen eine zeitgenössische deutschsprachige Entsprechung: eine klassische Quest, in der verschiedene Völker gegen einen Schattenlord zusammenstehen.