Askir durchgelesen und auf der Suche nach einer Fantasy-Reihe, die sich ähnlich anfühlt? Entscheidend sind nicht einzelne Motive, sondern die Kombination aus großer Welt, langer Reise, wiederkehrender Gefährtengruppe, Magie mit Regeln und einem Konflikt, der sich über viele Bände entwickelt.
Richard Schwartz erzählt den Askir-Hauptzyklus in sieben Bänden. Danach setzt Die Götterkriege die Welt in weiteren sieben Bänden fort. Die Eule von Askir wird heute offiziell als Band 6 des Askir-Zyklus geführt; Der Inquisitor von Askir ist inzwischen Band 5 der Götterkriege.
Die sieben Empfehlungen unten treffen jeweils einen anderen Kern von Askir: Ensemble-Reise, zerfallende Reiche, politische Konflikte, Artefakte oder lange Serienbögen. Zu jeder Reihe steht deshalb auch dabei, wo die Ähnlichkeit endet.
Welche Reihe passt am besten nach Askir?
- Für eine lange klassische Saga: Raymond E. Feists Midkemia.
- Für ein zerfallendes Reich und politische Konflikte: T. S. Orgels Blausteinkriege oder Markus Heitz' Ulldart.
- Für Gefährtengruppe und langen Serienbogen: Torsten Weitzes Der 13. Paladin.
- Für alte Weltgeschichte und langsame epische Entfaltung: Tad Williams' Osten Ard.
Was Askir für ähnliche Reihen besonders macht
Schwartz schreibt keine reine Quest-Fantasy und keine reinen Intrigenromane — er schreibt etwas dazwischen. Diese Punkte definieren, was den Askir-Zyklus ausmacht:
- Havald als müder Veteran: Kein Auserwählter, kein Jüngling mit latenter Macht, sondern ein alter Krieger, der seinem Schwert Seelenreißer nicht mehr vertraut. Die Erzählperspektive ist dicht an ihm — Ich-Erzählung mit knochentrockenem Blick.
- Das untergegangene Reich als Welt-Anker: Askir, einst Zentrum eines Kontinentalimperiums, zerfallen in sieben Königreiche. Jede Szene baut auf dieser Vergangenheit auf. Die Welt ist alt, sie weiß es, und sie trauert.
- Ensemble um Havald: Leandra als Halbelfen-Magierin, Zokora als Dunkelelfe, Wiesel als Dieb und späterer Inquisitor, Desina als Kaiserin. Sechs bis acht wiederkehrende Figuren mit eigenen Bögen.
- Kolaron Malorbian als langfristiger Antagonist: Der Nekromantenkaiser von Thalak wächst über mehrere Bände zur zentralen Bedrohung für Askir und seine Verbündeten.
- Artefakte als Handlungsanker: Das Auge von Gasalabad, die Krone, das Bannschwert — Schwartz bindet seine Plots an magische Gegenstände mit klarer Funktion und eigener Geschichte.
- Magie als erlernbares Handwerk: Maestros lernen, scheitern, üben. Es gibt klare Regeln, nicht nur Stimmung.
Sieben Empfehlungen für Schwartz-Leser
1. Tad Williams — Das Geheimnis der großen Schwerter (Osten Ard)
Zyklus in 2 Teilen · 7 Bände · 1988–2024 · Klett-Cotta / Hobbit Presse
High Fantasy · Klassische Heldenreise · Untoter Fürst · Langsame Entfaltung
4,5/5
Redaktionelle Einordnung
Von allen englischsprachigen Zyklen ist Williams' Osten Ard der strukturell nächste Verwandte von Askir. Ein Küchenjunge namens Simon wird in die Machtkämpfe eines zerfallenden Reiches gezogen, in dem ein König durch einen unheiligen Pakt den untoten Fürsten Ineluki zurück ins Land ruft. Die Welt ist alt, die Völker — Sithi, Norns, Menschen — tragen jahrhundertelange Geschichte mit sich. George R. R. Martin hat Williams wiederholt als direkten Einfluss genannt.
Warum für Schwartz-Leser: Gleiche langsame Entfaltung, gleiche Gewichtung von Weltgeschichte über Schnelligkeit. Ein zweiter Zyklus (Das Letzte Königreich Osten Ard, 2017–2024) setzt Jahrzehnte später in derselben Welt fort — das Versprechen, nicht nach einem Band loslassen zu müssen.
Einschränkung: Williams braucht Geduld. Die ersten dreihundert Seiten des ersten Bandes sind bewusst behäbig. Wer Schwartz' Tempo-Mix aus Gasthof-Kammerspiel und Action erwartet, stößt hier auf eine andere Erzählökonomie.
Offizielle Webseite
2. Bernhard Hennen — Elfenritter
Trilogie · 2007–2009 · Heyne
High Fantasy · Elfen-Ensemble · Politische Bündnisse · Krieg gegen Trolle
4,5/5
Redaktionelle Einordnung
Hennen ist der deutsche Autor, dessen Weltenbau Schwartz strukturell am nächsten kommt. Elfenritter folgt drei Elfenkriegern im Kampf gegen die Trollinvasion — mit einer Dichte an Kultur, Ritualen und politischen Linien, die an Schwartz' Askir-Bände erinnert. Die Elfen-Unterarten, die Hennen über seinen gesamten Zyklus entwickelt, sind sorgfältig voneinander abgegrenzt.
Warum für Schwartz-Leser: Ähnlicher archaischer Ton, ähnliche Freude am Völker-Worldbuilding, ähnliche Tragweite der politischen Entscheidungen. Wer Zokora als Figur schätzt, findet in Hennens Elfen ein ganzes Ensemble auf diesem Niveau.
Einschränkung: Hennen arbeitet stärker mit romantisch-tragischen Bögen und Reinkarnationsmotiven. Das moralische Koordinatensystem ist klarer als bei Schwartz — Gut und Böse sind deutlicher markiert, die Grauzonen kleiner.
Zum Verlag
Epische High Fantasy
Die Chroniken von Wetherid
Lust auf ein neues Leseabenteuer? Lade dir die kostenlosen Leseproben (PDF/EPUB) herunter und schalte direkt die hochauflösende Weltkarte sowie den Soundtrack frei.
Gratis Leseprobe herunterladen
3. T. S. Orgel — Die Blausteinkriege
Trilogie · 2015–2017 · Heyne
Political Fantasy · Multi-POV · Zerfallendes Königreich · Intrigen
4,2/5
Redaktionelle Einordnung
Die Brüder Tom und Stephan Orgel haben mit den Blausteinkriegen das seltenste deutsche Fantasy-Produkt geschrieben: einen politisch komplexen Multi-POV-Zyklus, der bewusst in der Tradition von George R. R. Martin steht. Der Heyne-Verlag vermarktete die Reihe als "deutsche Antwort auf Game of Thrones" — und anders als in vielen solchen Fällen trägt das Etikett tatsächlich.
Warum für Schwartz-Leser: Gleiche Grundspannung — ein altes Reich bröckelt, die Macht fragmentiert sich, mehrere Figurenstränge laufen parallel. Wer an Askir die Intrigen zwischen den sieben Königreichen mochte, bekommt hier die konzentrierte Form davon.
Einschränkung: Die Trilogie ist abgeschlossen, kein Nachfolger in Sicht. Nach drei Bänden ist Schluss — für Schwartz-Leser, die an zehn oder vierzehn Bände gewöhnt sind, ein kurzer Besuch.
4. Torsten Weitze — Der 13. Paladin
13 Bände · seit 2017 · Bene Bücher Verlag
Klassische High Fantasy · Paladin-Figur · Quest-Ensemble · Langer Zyklus
4,2/5
Redaktionelle Einordnung
Weitze ist der große Audible-Sleeper der deutschsprachigen Fantasy. Über zehn Bände hinweg erzählt er die Geschichte eines jungen Paladins und seiner Gefährten — klassisch strukturiert, ohne Grimdark-Manierismen, mit klarem Fokus auf Freundschaft, Pflicht und moralischer Last.
Warum für Schwartz-Leser: Gleiche Bereitschaft, einer Ensemble-Gruppe über viele Bände zu folgen. Weitze teilt Schwartz' Abneigung gegen kurze Auflösungen und baut seine Welt genauso geduldig auf.
Einschränkung: Weitze ist klassischer und heller als Schwartz. Die moralischen Grauzonen, die den Askir-Zyklus auszeichnen, sind bei Weitze weniger ausgeprägt. Wer Havalds Düsternis sucht, findet hier mehr Hoffnung.
Offizielle Webseite
5. Markus Heitz — Ulldart, Die Dunkle Zeit
6 Bände + Folgezyklen · seit 2003 · Piper
Politische Fantasy · Kontinent-Saga · Prophezeiungsgetriebener Zerfall
4,2/5
Redaktionelle Einordnung
Heitz wird meist über Die Zwerge wahrgenommen. Der strukturelle Zwilling zu Askir ist jedoch sein Ulldart-Zyklus: ein Kontinent mit mehreren Königreichen, ein aufkommender dunkler Herrscher, Prophezeiungen, die sich langsam entfalten, Figurenstränge quer über Reichsgrenzen.
Warum für Schwartz-Leser: Gleiche kontinentale Perspektive. Ulldart denkt in politischen Blöcken, nicht in einzelnen Dörfern. Die Machtkämpfe zwischen den Herrscherhäusern haben Gewicht und Konsequenzen über mehrere Bände hinweg.
Einschränkung: Heitz' Prosa ist pulpiger und schneller als Schwartz'. Wer Schwartz' ruhigere Erzählhaltung schätzt, muss sich an Heitz' höheres Tempo gewöhnen.
Offizielle Webseite
6. Raymond E. Feist — Die Midkemia-Saga (Spaltkrieg-Zyklus)
30 Bände in 10 Sub-Zyklen · 1982–2013 · Knaur
High Fantasy · Magier-Protagonist · Weltenübergreifend · Abgeschlossener Zyklus
4,2/5
Redaktionelle Einordnung
Feist ist der westliche Prototyp der ausgedehnten Fantasy-Saga. Pug, ein Küchenjunge, wird zum Magier, während sich in den Bergen ein Riss in einen anderen Kosmos öffnet. Aus dieser Grundanlage wächst ein Weltengebäude, das über drei Jahrzehnte und mehrere Generationen führt.
Warum für Schwartz-Leser: Wer Askir über vierzehn Bände gelesen hat, sucht keine bloße Trilogie. Feist liefert die ausgedehnteste abgeschlossene High-Fantasy-Welt des westlichen Marktes.
Einschränkung: Nicht jeder der 30 Bände hält das Niveau der ersten Trilogie. Wer anfängt, sollte wissen: das ist eine langfristige Beziehung.
Offizielle Webseite
7. Kai Meyer — Die Sturmkönige
Trilogie · 2008–2009 · Lübbe
Orientalische High Fantasy · Dichte Atmosphäre · Magische Artefakte · Abgeschlossen
4,2/5
Redaktionelle Einordnung
Kai Meyers Sturmkönige-Trilogie (Dschinnland, Wunschkrieg, Gläserne Kaiser) entfaltet eine enorm bildgewaltige und atmosphärische High Fantasy inmitten einer orientalisch geprägten Welt voller Dschinn, fliegender Teppiche und uralter Magie.
Warum für Schwartz-Leser: Meyer teilt mit Richard Schwartz die Fähigkeit, von der ersten Seite an eine dichte, fast greifbare Atmosphäre aufzubauen. Die Faszination für mächtige Artefakte bietet eine wunderbare Brücke für Askir-Fans.
Einschränkung: Das Setting unterscheidet sich durch den orientalischen Fokus deutlich vom klassischen, eher europäischen Hintergrund von Askir.
Zum Verlag
Worin sich die Empfehlungen von Schwartz unterscheiden
Jede Empfehlung oben trifft einen Aspekt von Schwartz. Den ganzen Zyklus ersetzt keine. Drei Punkte zeigen, wo Askir allein steht:
Havalds enge Ich-Perspektive: Askir bindet die große Welt über weite Strecken an die Wahrnehmung eines erfahrenen Kriegers. Dadurch wirkt selbst der Ausbau zum politischen Epos persönlicher als in vielen klassischen Multi-POV-Reihen.
Der Wiesel-Humor: Die Mischung aus Tragik und beiläufiger Komik, die Wiesel als Figur trägt — und die Havald selbst in seinen düstersten Szenen zulässt — findet sich bei kaum einem anderen Autor in dieser Dosierung.
Artefakte als erzählerische Achse: Schwartz baut ganze Bände um einzelne Gegenstände. Das Auge von Gasalabad im dritten Askir-Band, die Krone von Lytar in seiner Schwesterreihe, Seelenreißer als Wegbegleiter über den ganzen Zyklus.
Häufig gestellte Fragen
Was lesen Fans von Das Geheimnis von Askir, wenn die Reihe durch ist?
Die naheliegendste Antwort ist Schwartz' eigener Nachfolgezyklus Die Götterkriege, der direkt an Askir anschließt und die Handlung um Leandra, Desina und Havald fortsetzt. Wer darüber hinaus nach ähnlichen Welten sucht, findet bei Tad Williams' Osten-Ard-Zyklus, Bernhard Hennens Elfenritter, T. S. Orgels Blausteinkriege und Torsten Weitzes Der 13. Paladin die strukturell nächsten Verwandten.
Welche Fantasy-Reihen sind Das Geheimnis von Askir am ähnlichsten?
Für alte Weltgeschichte und einen langen epischen Aufbau ist Tad Williams' Osten Ard besonders nah. Wer stärker die politischen Konflikte und zerfallenden Reiche sucht, findet sie bei T. S. Orgels Blausteinkriegen und Markus Heitz' Ulldart. Für eine lange Gefährtenreise bietet sich Torsten Weitzes Der 13. Paladin an.
Welche deutschsprachigen Fantasy-Autoren schreiben ähnlich wie Richard Schwartz?
Im deutschsprachigen Raum kommen Bernhard Hennen mit den Elfen-Zyklen, Markus Heitz mit der Ulldart-Saga, T. S. Orgel mit den Blausteinkriegen und Torsten Weitze mit Der 13. Paladin dem Ton und der Struktur von Schwartz am nächsten.
Was ist eine High-Fantasy-Reihe mit Multi-POV und Artefakt-Handlung?
Mehrere Reihen verbinden Multi-POV-Struktur mit zentraler Artefakt-Handlung. Im englischsprachigen Raum sind Tad Williams' Osten Ard und Raymond E. Feists Midkemia-Saga zentrale Beispiele. Im deutschsprachigen Raum arbeiten Markus Heitz' Ulldart und Die Chroniken von Wetherid II — Die Hüter der Sieben Artefakte mit vergleichbaren Strukturen.
Gibt es Fantasy-Serien mit Nekromanten-Antagonisten wie in Askir?
Fantasy-Zyklen mit zentralen Nekromanten-Antagonisten sind seltener, als man denkt. Neben Schwartz' Kolaron Malorbian arbeiten Markus Heitz' Ulldart mit einem Totenbeschwörer-Fürsten, Peter V. Bretts Dämonen-Zyklus mit dämonischen Mächten der Dunkelheit und Tad Williams' Osten Ard mit dem untoten Fürsten Ineluki.