Elroth zuckte zurück, als hätte ihn ein Schlag getroffen. Mit weiten Augen und kurzem Atem verkrampfte sich sein Magen. „Was… was ist mit ihr geschehen?“, presste er mühsam hervor.

Prinz Sylvian antwortete kalt: „Ich ließ sie köpfen. Dieses törichte Mädchen kehrte zurück nach Marnog Jar, denn ihre Liebe war zerbrochen. Ich dulde keinen Verrat. Und ich dulde nicht, dass Nebelelfen ihre Heimat verlassen. Noch weniger dulde ich es, wenn junge Frauen sich verdorbenen Männern wie euch hingeben.“

Elroth stützte sich mit beiden Händen auf die Tischplatte. Ein feines Zittern lief durch seine Schultern. Er, ein Glorreicher Elf, ein Sohn eines Volkes, das seit Anbeginn jeder Versuchung der Dunkelheit standgehalten hatte – er war der, der es verraten hatte. „Von Rayla selbst“, fuhr Sylvian beiläufig fort. „Sie hat mir alles erzählt. Sie floh aus Marnog Jar nach Druhn, voller Hoffnung auf ein neues Leben. In Irkaars Elendsvierteln fand sie nichts als Hunger und Einsamkeit. Dann traf sie euch.“

„Rayla war naiv, nicht dumm. Heimlich schrieb sie alles auf ein Pergament: Namen, Vorlieben, Zahlungen. Als sie begriff, was aus ihr geworden war, floh sie zurück nach Marnog Jar. Sie vertraute sich meiner Frau Kyrintha an, was ihr letzter Fehler war.“ Prinz Sylvian hielt inne und sah Elroth fester an. „Ich will, dass ihr mir helft, Eledhwen vom Thron zu stürzen. Das ist es, was ich von euch verlange.“

Elroth stieß den Stuhl zurück und erhob sich. „Lieber sterbe ich.“ Doch Sylvian grinste nur spöttisch. „Wollt ihr das wirklich eurer Tochter und eurer Frau antun? Sie zurücklassen mit der Schande? Folgt meinen Anweisungen – und niemand wird jemals davon erfahren.“ Elroth spürte, wie sich alles in ihm verhärtete. Er war ein Gefangener seiner Tat. Ohnmächtig hörte er weiter zu.