Die Taverne war aus grob gehauenen Balken errichtet. Der erdige Boden war festgestampft, die Wände dunkel und vom Rauch verrußt. Links erstreckte sich ein langer Schank mit einem eingelassenen Fass, daneben ein Regal mit Krügen aus Ton und Holz. An mehreren Tischen saßen Männer aus Thir, ihre Stimmen mischten sich zu einem rauen Gemurmel. Zwei kräftige Barbaren hockten weiter hinten, tranken Met aus schweren Bechern und schwiegen.

Hinter dem Schank stand der Wirt, ein breitschultriger Mann mit braungebrannter Haut, dem nichts zu entgehen schien. Als Prinz Sylvian weiter in den Raum trat, musterte der Wirt ihn flüchtig. „Was darfs sein, Fremder?“, rief er über die Tische hinweg. Prinz Sylvian deutete wortlos auf einen der Metkrüge. Während sein Blick weiter durch das Gastzimmer glitt, entdeckte er in einer dunklen Ecke einen Glorreichen Elfen. Unter seinem dunklen Umhang trug er eine silberne Rüstung, besetzt mit violetten Edelsteinen.

Das muss Elroth sein, dachte er. Er ging gebeugt auf ihn zu und setzte sich wortlos an den Tisch. Der Wirt brachte den Krug heran, stellte ihn ohne Nachfrage hin. Ein knappes Kopfschütteln Elroths war die Antwort auf die Frage nach einem weiteren Getränk. „Es war klug von euch, diesem Treffen zuzustimmen“, sagte Prinz Sylvian. Ein kaum merkliches Grinsen zuckte um seine Mundwinkel.

Elroth presste die Lippen zusammen. Sein Blick war schneidend. „Meine Anwesenheit“, sagte er mit kalter, kontrollierter Stimme, „bedeutet kein Zugeständnis an eure Lügen. Lügen, die nur die Verkommenheit der Nebelelfen bezeugen.“ Ein süffisanter Zug huschte über Prinz Sylvians Gesicht. „Spart euch die unschuldigen Worte. Dieses Spiel vom reinen Gewissen kaufe ich euch nicht ab.“

Er löste langsam den Beutel von seinem Gürtel und legte ihn bedächtig auf den Tisch. „Ich habe Beweise. Beweise für euren Verrat – an allem, was euer Volk ausmacht.“ Elroths Blick senkte sich auf das dunkle Leder und seine Züge verhärteten sich augenblicklich. „Beweise? Welche Beweise wollt ihr schon vorlegen?“