Auf den Wehrgängen patrouillierten Wächter – gewaltige Barbaren, deren Körper von schweren Lederpanzern und Fellen bedeckt waren. Lange Zöpfe schwangen von ihren Schultern, dichte Bärte rahmten grobe Gesichter. In den Fäusten hielten sie schwere Äxte und lange Speere; an den Gürteln baumelten Breitmesser. Kleine Rundschilde mit eisernen Buckeln lehnten neben ihnen, und auf den Rücken trugen sie Bögen.
Am Fuß des Walls regte sich geschäftiges Treiben. Ein Dutzend Männer arbeiteten mit groben Werkzeugen an der Befestigung: Morsche Pfähle wurden ausgehoben und durch neue, frische Stämme ersetzt; schräge Verstrebungen in den feuchten Boden gerammt, Seile gespannt, Risse mit Lehm und Harz verschmiert. Hammerschläge dröhnten durch die Schlucht, begleitet vom rauen Rufen der Arbeiter. Ein Karren mit Holz und Eisen stand abseits bereit, während zwei Männer an Schleifsteinen die Werkzeuge schärften.
Prinz Sylvian beobachtete die Arbeitenden eine Weile reglos und neigte dann kaum merklich den Kopf. Auf den Türmen bemerkte er, dass die Wachen aufmerksam blieben; jede Bewegung unter ihnen wurde sofort erfasst. Er dachte kurz nach. Ein Versuch bei Tageslicht wäre unklug. Er musste auf die Deckung der Nacht warten.
Dann ließ er den Blick schweifen und suchte nach einem geeigneten Versteck. Links, etwas abseits, entdeckte er eine dichte Ansammlung stachliger Büsche, genug, um seine Anwesenheit zu verbergen, doch offen genug, um den Wall nicht aus den Augen zu verlieren. Vorsichtig lenkte er seine Spinne in das dichte Gestrüpp.
Das Tier spürte die Enge und zögerte, seine langen Beine bebten. Er erkannte ihr Unbehagen, doch es blieb keine Wahl. Mit einem festen Zug an den Riemen trieb er sie weiter. Die Spinne bäumte sich kurz auf und stieß ein schrilles Klicken aus, bevor sie sich fügte und im Dickicht verschwand. Dort verharrte er und beobachtete den Wall. Die Zeit verging langsam.