Zwei Mondzyklen später, weit entfernt auf der Insel Horunguth im Turm der Magier, berieten Meister Drobal und seine Adepten über die ersten Vorboten eines Unheils, die jeder von ihnen spürte.
Die beiden jungen Magier, Raynarus und Elvoran, die er nach der Schlacht von Ib'Agier vor zwanzig Jahren in seine Obhut genommen hatte, standen an seiner Seite und blickten aus dem Fenster auf das weite Meer. Dann begann Meister Drobal mit ernster Miene zu sprechen:
„Etwas Finsteres liegt in der Luft“, begann er zögernd, seine Stirn in Falten gelegt. „Vor einigen Nächten hatte ich eine Vision, die ich nicht als bloßen Traum abtun kann. Ich sah die Schatten einer alten Macht, die sich erhob – etwas Fremdes, das nicht in diese Welt gehörte. Eine uralte Stimme erklang, eisig und unerbittlich. Ihre Kraft ließ alles erzittern, als könnte sie die Fundamente unserer Existenz zerschmettern.“
„Drobal... Meister der Geheimnisse. Du bist klug, klüger als die meisten. Aber auch kluge Männer unterschätzen, was sie nicht begreifen können. Deine Macht verblasst vor meiner. Ich bin Xaroth, der Atem der Vernichtung, die Klinge, die jede Ordnung spaltet. Deine Welt wird brennen!“
Ich sah, wie Flammen aus schwarzen Rissen im Boden loderten, während verbrannte Ruinen einstiger Städte in die Tiefe stürzten. Überall schwebten Schatten, gebrochene Gestalten, die stumm in endlosem Leid schrien. Ein blutroter Himmel spannte sich über diese Landschaft des Todes. Die Vision pulsierte, zeigte Bilder von endlosen Armeen, die unter Xaroths Banner marschierten, und einen Thron aus den Schädeln der Gefallenen, der aus einem feurigen Abgrund emporragte.“
Meister Drobal verstummte kurz. Er strich sich über seinen langen weißen Bart, während er hinüber zum runden Tisch schritt und sich setzte. „Ich weiß nicht, wie ich diese Vision deuten soll …“, fuhr er nachdenklich fort, „aber seit einiger Zeit spüre ich, dass etwas nicht stimmt. Jedes Ritual, jeder Zauberspruch schwächt mich. Es fühlt sich als würde etwas an meiner Kraft zehren, sie mir Stück für Stück entziehen.“