Als die Trommelschläge verstummten, folgte ein lautes Grunzen, das Vrenli das Blut in den Adern gefrieren ließ. Ein fünf Schritte großer Oger trat aus einem der Zelte hervor und begrüßte Ornux, der gekommen war, um mit Gromak Eisenhaut, dem mächtigen Anführer der Oger, ein entscheidendes Gespräch zu führen. Die Luft vibrierte von der rohen Energie, die die Oger in ihren Ritualen und Tänzen freisetzten, ein Vorbote der Macht, die Ornux zu bändigen suchte.
Vrenli musste durch den Lärm der Trommel ganz genau hinhören, um das Gesagte zu verstehen:
»Gromak Eisenhaut, im Namen des Schattenlords Erwight von Entorbis fordere ich ein Gespräch!«, schallte Ornux’ Stimme fest und durchdringend, selbst gegen das wilde Grunzen der Oger und das Knistern der Feuerstelle.
Gromak, dessen mächtige Statur sich gegen die lodernden Flammen abzeichnete, drehte sich langsam um.
»Ornux, der Schatten wandelt selten ohne Absicht. Was will Erwight von Entorbis von den Ogerkriegern?«, erkundigte er sich mit lauter und tiefer Stimme. Seine Augen funkelten dabei vor Misstrauen.
»Erneuerung, Gromak. Erneuerung des Bündnisses, das Fallgar in eine neue Ära führen wird. Erwight von Entorbis bietet mehr als nur Versprechen – er bietet die Macht, die Kontrolle über eure Schicksale in die eigenen Hände zu nehmen«, entgegnete Ornux, während er seine Hände erhob und leise die Worte einer alten, vergessenen Sprache flüsterte.
Die Schatten um ihn begannen zu tanzen, formten Bilder der Zukunft, Visionen von Ogerheeren, die unbesiegbar durch die Lande zogen, geleitet von der dunklen Macht, die Erwight versprach.
»Seht, Gromak Eisenhaut, was Euch und Eurem Volk zuteilwerden kann. Ungeahnte Macht, Stärke, die die Grundfeste Wetherids erschüttern wird.«
Gromak beobachtete die Schattenbilder genau.
»Und was verlangt Erwight im Gegenzug? Unsere Freiheit? Unseren Willen?«, fragte er herausfordernd und sichtlich nachdenklich.
Ornux ließ die Schatten wieder verschwinden und trat einen Schritt näher.
»Nein, Gromak. Erwight von Entorbis verlangt Einigkeit, ein gemeinsames Streben. Die Freiheit der Oger wird gewahrt bleiben, gestärkt durch die Bündnisse, die wir schmieden.«
»Worte, Ornux, sind wie der Wind – flüchtig und oft kalt. Wie können wir, die Oger von Wahmuter, sicher sein, dass diese Zukunft Wirklichkeit wird?«, sprach Gromak, sein Ton nun weniger herausfordernd, mehr suchend.
»Glaube, Gromak Eisenhaut. Glaube und der Wille, das Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen. Erwight von Entorbis hat mächtige Feinde, aber auch mächtige Verbündete. Unter seiner Führung wird nicht nur Wetherid fallen, sondern eine neue Weltordnung entstehen – eine Welt, in der die Oger ihren rechtmäßigen Platz einnehmen.« Ornux untermauerte seine Worte mit der Magie des Schattens, die leise in der Luft vibrierte.
Ein Moment des Schweigens umhüllte die Ebenen.