Vrenli lauschte, verborgen im Nebel schwebend, wie Ornux zu Prinz Sylvain Nebelkrähe sprach:
»Prinz Sylvarin, die Welt steht am Beginn eines Wandels. Erwight von Entorbis hat mich entsandt, um Euch eine Möglichkeit aufzuzeigen, eine Möglichkeit, die das Schicksal der Nebelelfen für immer verändern könnte«, begann Ornux, während die Stille im Nebel seine Worte wie ein Echo trug.
»Er bietet ein Bündnis an, dessen Früchte das Glorreiche Tal umfassen würden, sollte der Sieg über Wetherid uns gehören«.
»Was aber wird aus Marnog Jar werden? Aus dem Nebelmoor, das uns nicht nur Heimat, sondern auch Schutz und Identität bietet? Wie können wir alles aufgeben und uns unter das Banner eines anderen stellen, nur für ein Stück Land, das zwischen uns und alten Gegnern steht?«, erwiderte Prinz Sylvain, dessen Miene von Nachdenklichkeit gezeichnet war.
»Es geht nicht darum, sich unterzuordnen. Erwight sieht in euch, den Nebelelfen, Verbündete auf einem Weg zu etwas Größerem. Das Glorreiche Tal ist dabei nur der Anfang«, antwortete Ornux, mit einem Lächeln, das mehr Geduld als Freude ausstrahlte.
Prinz Sylvain hielt einen Moment inne.
»Wenn wir uns dieser Allianz anschließen, dann nur unter der Bedingung, dass unser Volk, unsere Freiheiten und unser Erbe geschützt bleiben. Marnog Jar und das Nebelmoor sind unser Fundament; das Glorreiche Tal muss ein Ort sein, an dem die Nebelelfen nicht nur existieren, sondern gedeihen können«, sprach er.
»Diese Bedingungen werden respektiert. Erwight von Entorbis ist bereit, sie zu erfüllen. Gemeinsam betreten wir eine Zukunft, in der Marnog Jar, im Zentrum einer neuen Ordnung stehen wird«, stimmte Ornux ernsthaft zu.
Und so wurde unter den wachsamen Augen des Nebels ein neues Kapitel aufgeschlagen, nicht ohne Unsicherheit, doch mit dem Funken einer Hoffnung auf eine Zukunft, in der die Nebelelfen eine zentrale Rolle in der Gestaltung ihres Schicksals spielen würden, gestärkt durch neue Bündnisse und das Versprechen einer besseren Welt.
Der schrille, verzerrte Klang von Hörnern erklang über dem Nebelmoor, worauf die Spinnen- und Echsenreiter, gefolgt von einer mehrere hundert Mann starken Fußtruppe der Nebelelfen, in Richtung Norden ritten.
Die Windböe schoss Vrenli, immer schneller werdend, wie einen Pfeil in den Himmel und trug ihn weiter in das Landesinnere in Richtung Osten. Ein Meer aus Zelten stand auf der mit dunklem Gestein übersäten Ebene von Raga Gur. Aus der höchsten Bergspitze eines kleinen Gebirges im Norden züngelte eine mächtige Flamme hoch in den Himmel.