„Zwei Krüge Met“, sagte Prinz Sylvian. Der Wirt nickte und schlenderte zurück zur Schank. „Wir Glorreichen Elfen trinken keinen Alkohol“, sagte Elroth. Prinz Sylvian grinste spöttisch. „Einen Becher könnt ihr euch leisten – glorreich seid ihr längst nicht mehr.“
Elroths Blick senkte sich auf die Tischplatte. Ein leiser Laut entfuhr ihm. „Verlangt, was ihr wollt – aber ich werde nicht helfen, meine Königin zu stürzen. Lieber sterbe ich.“ Prinz Sylvian sah ihn ernst an. „Wollt ihr das wirklich eurer Tochter und eurer Frau antun? Sie zurücklassen – allein, ohne euren Schutz? Mit der Schande, die dann offen zutage treten würde?“
Elroths Finger verkrampften sich. Er wandte den Blick ab, ließ ihn über die Gäste der Taverne streifen, ohne jemanden wirklich zu sehen. „Ich würde euch empfehlen, noch einmal darüber nachzudenken“, sagte Prinz Sylvian. Elroth spürte, wie sich alles in ihm verhärtete. Er verfluchte den Tag, an dem er das Mädchen berührt hatte. Verachtete sich für jedes Wort, das er zu ihr gesprochen hatte. Für jeden Blick.
Er wies den Gedanken von sich, als gehöre er nicht zu ihm. Ein Lachen, dumpf und hohl, stieg in ihm auf. Es breitete sich aus wie ein Echo, das etwas in seinem Innersten erweckte, und formte sich zu einer Stimme – tief, spöttisch und unverkennbar: Du wirst brennen, Glorreicher Elf.
Elroth riss die Augen auf. Er rang nach Luft. „Was ist mit euch? Stellt euch nicht so an. Ihr habt euch selbst auf diesen Weg begeben. Jetzt tut nicht so, als würde euch das alles überraschen, als schmerze es euch oder als würdet ihr es bereuen. Folgt meinen Anweisungen – und niemand wird jemals davon erfahren“, sagte Prinz Sylvian.
Während die spöttische Stimme noch in Elroths Kopf nachhallte, rang um Fassung und klammerte sich an den einzigen klaren Gedanken, der ihm blieb. Benommen, aber langsam nickend, fragte er: „Aber wie könnt ihr mir garantieren, dass ihr wirklich schweigt, wenn ich euch bei eurem Plan helfe?“ Prinz Sylvian grinste schief. „Diese Garantie gibt es nicht. Aber seht es so: Warum sollte ich mein Schweigen brechen, wenn ihr dafür bis an das Ende eurer Tage in meiner Schuld steht?“
Ein hartes Lachen entfuhr ihm. Elroth senkte den Kopf in die Hände, strich sich mehrfach über das Gesicht. Er hatte es verstanden. Es gab keinen Ausweg mehr. Er war ein Gefangener seiner Tat.
Ende der Leseprobe
Welchen Preis wird Elroth für seine Verfehlungen zahlen? Erleben Sie die packende Fortsetzung in Band 2 der Hüter der sieben Artefakte!
Jetzt das Buch kaufen