Marnog Jar, die Stadt der Nebelelfen, lag in dichtem Schleier. Prinz Sylvian nahm Kyrinthas Gesicht in seine Hände. Er küsste sie kurz, fast pflichtbewusst, und spürte die Spannung in ihren Schultern. Dann ließ er sie los, stieg mit einer fließenden Bewegung auf seine Spinne und wich ihrem besorgten Blick aus. Mit geübten Griffen überprüfte er seine Waffen und zog die Satteltasche fester – jede seiner Bewegungen ruhig, aber spürbar unter Druck.

„Sei vorsichtig! Vor allem am Grenzwall zu Wetherid“, sagte Kyrintha und trat näher. „Wenn dich die Wütenden Horden entdecken, werden sie dich gefangen nehmen, wenn nicht töten. Bitte, erspare mir diesen Schmerz.“

„Ich werde achtsam sein. Sorge du dich um den Dunklen Wald. Wenn ich zurück bin, sollte dein Plan bereits Früchte tragen“, erwiderte er. Er legte seine Hand kurz auf ihre, eine knappe Geste der Bestätigung, dann lenkte er seine Spinne los, ohne sich noch einmal umzudrehen.

Das leise Trommeln der Spinnenbeine auf den feuchten Holzplanken der Stege wich bald der Stille des Sumpfes, als er Marnog Jar hinter sich ließ und in das Moor ritt, das ihn sofort mit seiner feuchten Decke verschluckte. Krötengequake und das kehlige Rufen von Sumpfvögeln durchbrachen die Stille und hallten dumpf über das reglose Wasser. Schleier zogen zwischen den Bäumen hindurch, krochen über das Wurzelwerk und die knorrigen Äste.

Jede Faser des Moores war von Nässe durchtränkt, und ein scharfer, modriger Geruch hing schwer und allgegenwärtig in der Luft. Manchmal rissen die Nebelbänke für einen Herzschlag auf und gaben den Blick auf umgestürzte Baumstämme mit verdrehten Ästen, vermooste Ruinen und dunkle Wasserlöcher frei, die jede Bewegung verschlangen. Doch schon im nächsten Augenblick schloss sich der Schleier wieder, dichter als zuvor.