„Laaron, ich kann so nicht weitermachen“, flüsterte Leandra, als sie sich eines Abends heimlich im Palastgarten trafen. Laaron sah sie aufmerksam an, doch Leandra wich seinem Blick aus.
„Ich liebe dich! Doch ich kann Königin Lythinda nicht verraten“, sagte sie leise. Er zog sie näher und strich über ihr langes, braunes Haar. „Du tust das für uns“, entgegnete er sanft. „Der Stadthalter wird die Königin vom Thron stürzen, und wir werden reich belohnt!“
Tränen rollten über ihre Wangen, während sie die Hände an ihr Gesicht presste und den Blick abwandte. „Aber zu welchem Preis? Sie vertraut mir. Wir sind wie Freundinnen“, schluchzte sie. Laaron lachte kühl, dann hielt er ihren Blick fest. „Freunde?“, fragte er mit scharfer Stimme. „Sie ist eine Königin – du nur eine Hofdame. Glaubst du wirklich, dass sie mehr als bloßes Wohlwollen für dich empfindet?“
Er trat näher, umfasste sanft ihre Wangen und zwang sie, ihm in die Augen zu sehen. „Denk darüber nach, wie du all die Jahre hier gelebt hast. Immer höflich, immer angepasst. Du trägst ihre Lasten, hörst ihre Sorgen, spielst die perfekte Hofdame. Und was bleibt für dich? Wann war das letzte Mal jemand für dich da?“
Leandra schloss die Augen, doch Laaron sprach weiter: „Du hast nun die Gelegenheit, das zu ändern. Du musst an dich denken; an uns. Jetzt ist der Moment!“ Seine Stimme trug einen Hauch von Überzeugung und Versprechen mit sich, als ob er selbst glaubte, was er sagte. Er küsste sie sanft.
„Niemand wird dich verdächtigen. Ich habe alles durchdacht – der Plan ist perfekt!“, flüsterte er ihr zu. Er sprach so beiläufig, dass Leandra misstrauisch wurde. Sie blickte ihn an, als wolle sie seine Worte hinterfragen, aber dann nahm er ihre Hand und lächelte. „Du bist das Wichtigste für mich, Leandra! Mach dir bitte keine Sorgen.“