Er blickte kurz zu Raynarus und Elvoran und atmete tief ein, dann fuhr er fort: „Xaroth ist unbesiegbar. Seine Existenz kann nicht ausgelöscht werden. Bereits seine Beschwörung soll genügen, um Willen und Träume seiner Opfer zu verdrehen. Seine Worte sind wie ein Gift, das die Seele langsam zersetzt.“
Er hielt inne, seine ernste Miene ließ keinen Zweifel an der Schwere seiner Worte, dann sprach er weiter: „Die Beschwörungsformeln sind nicht überliefert, doch man nimmt an, dass Xaroth nur durch ein komplexes Ritual in diese Welt gerufen werden kann. Auch die Bannformel ist unbekannt. Es heißt zudem, dass er niemals endgültig vernichtet werden kann – sondern lediglich zurückgedrängt.“
Seine Stimme wurde nachdenklich: „Ich kann nichts mit Gewissheit sagen. Doch die Gefahr, die ich spüre, ist real. Wenn ihr mich fragt, dann würde ich meinen, dass Xaroth in unsere Welt drängt.“
Elvoran stand plötzlich hektisch auf, die Stuhlbeine kratzten laut über den Steinboden. „Irgendwo habe ich davon gelesen... wo ist es nur?“, murmelte er laut, fast an sich selbst gewandt. Er ging zu den Bücherregalen und begann, in jeden Gang zu blicken, seine Bewegungen unruhig und hastig.
Meister Drobal und Raynarus warfen sich verwunderte Blicke zu. „Elvoran, was suchst du?“, fragte Meister Drobal neugierig. „Wartet... einen Augenblick“, kam die Antwort. „Hier irgendwo muss es sein. Ich las bereits von einer Gefahr aus der Seelenwelt.“
Er durchkämmte die Gänge weiter, bis er schließlich in einer Ecke am Boden einen Stapel Bücher entdeckte. Mit einem triumphierenden Lächeln hob er ein dickes, staubiges Exemplar hoch. „Die Scholar-Chroniken von Horunguth“, murmelte er.
Mit schnellen Schritten kehrte er zum Tisch zurück. Er blätterte hektisch in dem Buch und deutete schließlich auf eine Stelle. „Hier! Ich wusste es! Die Schriften berichten von einer Zeit im 23. oder 24. Zyklus“, begann er, während seine Finger über die vergilbten Zeilen glitten. „Es heißt, dass unsere Vorgänger – die Magier von Horunguth und die Glorreichen Elfen – sieben Artefakte erschufen, um eine Bedrohung aus der Seelenwelt zu binden und zu kontrollieren, die damals Wetherid bedrohte.“