„Ich habe es versucht, aber es ging nicht. Ich konnte es nicht!“, brachte sie mühsam hervor.
Ein Kloß in ihrem Hals drohte, ihre Stimme zu ersticken.
„Und es war zu riskant! Ich dachte …“, fügte sie leise hinzu.
Laaron unterbrach sie.
„Gedacht?“, zischte er.
Doch er beruhigte sich schnell wieder. Er wusste, dass sanfte, verständnisvolle Worte effektiver waren, um sie zu lenken.
Er setzte sich auf die Bettkante und sein Blick folgte ihr, als sie sich auf den Fenstersims lehnte und hinausstarrte.
Eine Zeit lang sagte keiner etwas. Schließlich sprach sie, ohne ihn anzusehen:
„Was du von mir verlangst, ist nicht so einfach, wie du meinst!“
Laaron verschränkte die Arme.
„Es ist nicht einfach, das weiß ich. Aber willst du hier ewig so weitermachen?“
Sie drehte sich um.
„Ich habe hier ein Leben. Vielleicht kein perfektes, aber ein Leben. Du tust so, als wäre es nichts wert.“
„Ist es das?“, fragte er nach.
Ihr Blick wurde nachdenklich. Seine Frage war direkt, ohne Vorwurf, doch sie traf.
„Ich habe Pflichten. Menschen verlassen sich auf mich“, erklärte sie schließlich.
Laaron schüttelte den Kopf.
„Sie verlassen sich auf eine Version von dir, die du spielen musst. Es ist kein echtes Leben. Du bist nicht du selbst!“
„Was bin ich dann?“, fragte sie, schärfer als beabsichtigt.
Er lehnte sich leicht vor.
„Ein Werkzeug, um andere zufriedenzustellen. Das ist es doch, was du hier bist!“
Sie wollte widersprechen, doch die Worte blieben ihr im Hals stecken.
„Lythinda hintergehen und einen Menschen töten …“, murmelte sie.
„Ja, und danach beginnen wir unser neues Leben!“, antwortete Laaron, ohne zu zögern.
„Du hast Besseres verdient!“, fügte er sanft hinzu.
„Und was, wenn ich das alles nicht mehr will?“, fragte sie und blickte ihn erwartungsvoll an.
Er stand auf und trat näher an sie heran.
„Dann bleibst du hier! Aber wir beide wissen, dass du das nicht willst.“
Sie schwieg. War es schlimmer, dass er recht haben könnte – oder dass sie selbst keine Antwort darauf wusste?
Laaron spürte, wie sein Plan ins Wanken geriet. Also setzte er in dieser Nacht alles ein – verführerische Worte, wärmende Nähe, die Illusion von Sicherheit. Und am Ende hatte er Erfolg.
Ende der Leseprobe
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