Leandra zog sich in ihre Gemächer zurück, wo sie auf Laaron traf. Er wirkte zufrieden, fast heiter, als er sie begrüßte. „Du hast es getan!“, sagte er erfreut und schloss die Tür hinter ihr.

Leandra ließ sich erschöpft ins Bett fallen, schnaufte tief durch und öffnete ihr Haar. „Ist es wirklich vorbei?“, fragte sie Laaron, der sich neben sie setzte und ihre Hände fest umgriff. „Arkondir war das größte Hindernis. Jetzt ist der Weg frei. Der Stadthalter wird bald handeln, und wir...“ Er hielt inne. Sein Blick ruhte einen Moment auf ihr, dann lächelte er beinahe sanft. „… brechen in zwei Tagen nach Irkaar auf. Dort beginnt unser neues Leben!“

Sie sah ihn an, doch ihre Augen wirkten leer. „Ein neues Leben…“, wiederholte sie leise, ohne den Worten Gewicht zu verleihen. „Ja! Alles wird anders. Kein Hof, keine Pflichten, keine Masken mehr. Nur du und ich!“, erwiderte er. Einen Moment sagte er nichts, dann beugte er sich über sie. „Wir sollten heiraten. Es ist längst überfällig, findest du nicht?“

Sie drehte den Kopf leicht zur Seite, als wolle sie der Nähe entfliehen, doch sie widersprach nicht. Schließlich nickte sie schwach. Ein Teil von ihr spürte nichts. Seine Worte klangen wie Versprechen, doch sie fühlten sich hohl an. Trotzdem sagte sie nichts, ließ zu, dass seine Überzeugung ihre Zweifel überdeckte.

„Ich muss jetzt los. Ein Treffen mit jemandem, der wichtig ist für den nächsten Schritt“, sagte Laaron plötzlich und stand auf. „Mit wem?“, fragte sie verwundert. „Das spielt keine Rolle. Vertrau mir! Alles verläuft genau nach Plan“, erwiderte er mit einem flüchtigen Lächeln. Mit diesen Worten verließ er das Gemach.

Die Tür schloss sich hinter ihm, und sie blieb allein zurück. Stille kehrte ein. Der Raum, der ihr sonst Zuflucht bot, schien sie nun einzuschließen. Ihre Gedanken kreisten um ihre Tat – und um Königin Lythinda, die sie seit Jahren begleitete, die ihr vertraute. Je länger sie allein blieb, desto schwerer lastete die Schuld auf ihr.

Ende der Leseprobe

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