Ich verlasse mich beim Schreiben eines Fantasy-Epos nicht auf Inspiration, sondern auf **Disziplin und Struktur**. Der Umfang einer großen Serie erfordert Kontinuität. Mein Ansatz beginnt nicht mit dem ersten Kapitel, sondern mit einem klaren Inhaltsverzeichnis, das meine tägliche Arbeit leitet. Ohne diesen Aufbau wächst keine Geschichte, sondern nur eine Folge von Szenen ohne Richtung.

1. Struktur als Schreibroutine

Jedes neue Buch beginnt für mich mit der Festlegung des Hauptziels und der Stationen. Dieses **Inhaltsverzeichnis** ist mein roter Faden. Es zwingt mich, zielgerichtet zu schreiben und jederzeit zu wissen, wo ich mich im Verlauf befinde. Der erste Schritt der Routine ist demnach immer die Planung der groben Linien: Krieg, Untergang eines Reiches, Aufstieg einer Macht. Diese Linie spannt sich über alle Bände.

2. Das Inhaltsverzeichnis als Tagesziel

Mein tägliches Schreiben orientiert sich an Handlungspunkten, nicht an Stimmungen. Mein Inhaltsverzeichnis besteht aus **konkreten Zielen** (z.B. Ankunft der Armee, Verrat im Rat, Flucht der Hauptfigur). Dieses Gerüst zwingt mich, produktiv zu sein, anstatt auf die Muse zu warten.

3. Effizienz: Jede Einheit muss dienen

Die Routine wird effizient, indem **jede geschriebene Einheit eine Aufgabe hat**. Jedes Kapitel muss entweder den Konflikt verschärfen, Informationen liefern, eine Figur verändern oder eine Entscheidung vorbereiten. Wenn ein Abschnitt meiner Planung keine klare Funktion erfüllt, streiche ich ihn sofort. Das hält den Fokus stabil und die Serie straff.

4. Logik des Fortschritts in der Serie

Kontinuität erfordert, dass ich bei jeder Sitzung prüfe, was sich im Vergleich zum vorherigen Stand geändert hat. Eine Serie lebt von Entwicklung, nicht von Wiederholung. Die Routine muss sicherstellen, dass ich **neue Machtverhältnisse, neue Feinde und neue Verluste** konsequent integriere. Das Inhaltsverzeichnis ist dabei das Werkzeug, um diesen Fortschritt sichtbar zu machen.

5. Spontaneität in die Routine integrieren

Die vierte Regel ist **Flexibilität innerhalb der Struktur**. Manchmal entstehen Figuren oder Konflikte spontan. Das ist erlaubt, aber sie werden **sofort in das Inhaltsverzeichnis integriert**. Spontane Ideen dürfen die Routine nicht ersetzen, sondern müssen den roten Faden verstärken. Wenn sie das nicht tun, werden sie verworfen.

6. Der geplante Abschluss als Antrieb

Meine Routine ist **Abschlussorientierung**. Ich schreibe nicht ins Blaue hinein. Jeder Band braucht ein geplantes Ergebnis: Sieg, Niederlage, Wendung oder Verlust. Offene Fragen bleiben, aber die Handlung des aktuellen Buches ist abgeschlossen. Das Wissen um diesen Endpunkt gibt der täglichen Arbeit Sinn und Stabilität.

Für mich ist die Etablierung einer Schreibroutine keine kreative Einschränkung, sondern eine Notwendigkeit, um die Kontrolle über ein großes Fantasy-Projekt zu behalten. Das Inhaltsverzeichnis ist mein Befehlsplan. Ohne diese Disziplin entsteht kein Epos, sondern nur Text, der schnell die Richtung verliert.