Schreibblockaden gehören zum Alltag fast aller Fantasy-Autoren. Kleine Blockaden treten häufig auf: Kein Satz gelingt, jede Szene fühlt sich falsch an, jeder Absatz wird zur Anstrengung. In diesen Phasen zweifle ich oft daran, ob ich eine Szene, ein Kapitel oder sogar ein ganzes Buch jemals fertigstellen kann. Diese Zustände sind **belastend, aber normal**.

1. Kurzfristige und mittelfristige Blockaden

Ich unterscheide zwischen kurzen und längeren Schreibblockaden. Kurze Blockaden dauern bei mir meist einige Tage. In dieser Zeit funktioniert das Produzieren nicht mehr. Ich habe gelernt, diesen Zustand **nicht mit Gewalt zu bekämpfen**. Wenn nach mehreren Stunden kein brauchbarer Text entsteht, lasse ich das Schreiben bewusst ruhen. Problematisch wird es erst, wenn Blockaden Wochen oder Monate dauern.

2. Wenn die Standard-Techniken versagen

Die gängigen Methoden sind bekannt: erneut ins Manuskript einlesen, vorherige Kapitel überarbeiten, einfach weiterschreiben ohne Anspruch auf Qualität. Diese Techniken funktionieren bei vielen Autoren. Bei mir jedoch selten. Das erneute Lesen blockiert mich eher, weil ich mich zu stark an bestehende Formulierungen binde und keinen neuen Zugang finde.

Meine Blockaden entstehen nicht, weil mir die Geschichte fehlt, sondern weil mir das **Übersetzen der inneren Bilder in Sprache nicht gelingt**. Ich weiß dann nicht, was Figuren sagen sollen, wie ich Atmosphäre aufbaue oder wie ich Handlung klar formuliere. Es ist ein handwerkliches Problem, kein inhaltliches.

3. Emotionale Reaktivierung als Schlüssel

Was mir bei längeren Blockaden geholfen hat, ist **emotionale Reaktivierung**. Filme, Bücher und Musik, die mich früher stark berührt haben, bringen mich wieder in einen Zustand, in dem Schreiben möglich wird. Wenn ich etwa Herr der Ringe sehe oder lese, entsteht erneut emotionale Verbindung zu Fantasy, Konflikt und Welt. Diese emotionale Bewegung öffnet oft den Zugang zum eigenen Text.

4. Druck abbauen und externe Impulse nutzen

Weitere hilfreiche Mittel waren **Gespräche**. Mit Familie, Freunden oder in Leserunden über die Geschichte zu sprechen, ohne zu schreiben, nimmt Druck. Gute Rezensionen zu eigenen Werken wirken ebenfalls motivierend. Auch Musikmachen oder kreatives Arbeiten außerhalb des Schreibens kann helfen, emotionale Spannung abzubauen und neu aufzubauen.

Fazit: Blockaden sind Teil des Prozesses

Ich glaube nicht an ein Allheilmittel. Jeder Autor reagiert anders. Wichtig ist die Unterscheidung:

Entscheidend ist, Schreibblockaden nicht als Versagen zu sehen, sondern als Teil des Prozesses. Schreiben ist keine gleichmäßige Leistungskurve. Solange man nicht aufgibt, sondern Wege sucht, zurückzukehren, bleibt jede Blockade überwindbar.